Töpferalltag

Glückseligkeit und Verzweiflung: mein Weg zur Keramikerin

Wiebke hat sich das Töpfern großteils selbst beigebracht – hier erfährst du, wie alles begann und wie sie das geschafft hat.

von
Verena Schmied
24.8.2021

Interview mit Wiebke Stade:

Stricken, Nähen, Häkeln und Sticken liebe ich schon seit meiner Kindheit. Meine ersten Töpferversuche startete ich in der Grundschule. Ich hatte immer schon eine kreative Ader, sonst hätte ich wahrscheinlich auch nicht Modedesign studiert. Nebenbei habe ich Schmuck und Makramee hergestellt und heute häkle ich kleine Kuscheltierchen für meine Kinder.

Zum Töpfern bin ich eigentlich erst gekommen, als ich nach Saalow gezogenen bin. Früher besaßen meine Schwiegereltern eine eigene Töpferei. Über der Garage gab es einen Raum, in dem diese eingerichtet war. Damals gab es hier einen riesigen Ofen, in den man richtig rein gehen konnte. Der steht heute leider nicht mehr, aber mit meinem kleineren Ofen komme ich auch gut aus. In dem Raum stand außerdem eine Drehscheibe, die mich magisch anzog. Nach einer kurzen Einführung durch meine Schwiegermama, war mir klar: „Das will und muss ich künftig machen!“. Also meldete ich mich zu einem Workshop in Berlin an, um noch tiefer in die Materie einzutauchen.

Töpfern heißt Scheitern und Weitermachen

Mit diesem Know-How im Gepäck, hieß es dann: Übung macht den Meister. Also habe ich mich hingesetzt und gedreht, gedreht und gedreht. Ganz lange hat nichts funktioniert. Ich weiß nicht, wie viele Videos ich mir auf YouTube und Instagram angeguckt habe. Zum Glück gibt es das heutzutage. 

Ich habe unendlich viele Tonarten und Methoden ausprobiert und, als das mit dem Drehen einigermaßen klappte, kam das Glasieren, was mich auch wieder in die Verzweiflung trieb. Schon frustrierend eigentlich: Man hat endlich etwas Schönes gedreht und dann funktioniert die Glasur nicht. Zugegeben, ich bin sehr oft gescheitert am Anfang und Geduld zählt leider nicht zu meinen Stärken.

Glückseligkeit und Verzweiflung wechseln sich beim Töpfern oft ab

Nichtsdestotrotz: Das Töpfern ließ mich einfach nicht mehr los. Selbst als ich mit meiner Tochter schwanger war, hab ich noch mit ganz dickem Bauch gedreht – solange, bis ich einfach nicht mehr an die Töpferscheibe ran kam. Jede Minute, die mir irgendwie zur Verfügung stand, nutzte ich. Als ich nicht mehr drehen konnte, machte ich mit der Handaufbautechnik weiter. Und in kleinen Schritten ging’s voran…

An der Drehscheibe brauchst du einen Plan

Das Drehen an der Töpferscheibe ist toll, aber es limitiert mich ein bisschen. Vor allem, wenn es um große Stücke geht – da bin ich noch nicht so geübt. Glücklicherweise steigere ich mich jetzt so langsam, was mich sehr freut. Im Allgemeinen musst du dich beim Drehen wirklich sehr konzentrieren und du solltest schon genau wissen, was du machen willst. Einmal kurz nicht aufgepasst und das Stück fängt durch die Drehung/Rotation an zu eiern und plötzlich geht es auseinander oder klatscht dir zusammen. Drehen verzeiht halt nicht so viel. Trotz allem: Beim Drehen bin ich vollkommen bei mir, mein Geist ist total ruhig und das macht mich glücklich.

Der Ton macht die Musik… äh Form…

Neben der Drehscheibentechnik arbeite ich mit der Handaufbautechnik. Daran liebe ich, dass man ganz frei in der Formgestaltung ist. Im Gegensatz zum Drehen ist das ganz etwas Anderes und dauert auch viel länger. Es ist spannend zu sehen: Was macht der Ton in meinen Händen? Und irgendwie ergibt sich dann durch den Ton die Form.

Mehr Platz und Raum für meine Kreativität

Zuhause, in dem Raum über der Garage, gab es keine Heizung. Was bedeutet, dass ich immer mit 3 Jacken und Eisfingern töpferte. Kalt und nass – keine schöne Kombination über einen längeren Zeitraum. Also entschied ich, in unser kleines Büro zu übersiedeln, wo ich sonst immer genäht habe. Optimal ist das aber auch nicht. Immerhin verursacht das Töpfern eine Menge Staub und Schmutz und deshalb bin ich vor kurzem in mein erstes, eigenes Töpferstudio umgezogen. Ich freue mich total!

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