Töpferalltag

Die Eröffnung ihres eigenen Töpferstudios

Erfahre mehr über Mathilde und ihren Weg zum eigenen Studio.

von
Verena Schmied
24.8.2021

Interview mit Mathilde Pointeau, Atelier Hilde: 

Als ich mich entschied, in Berlin zu bleiben, war es nicht von vorne herein klar, ein eigenes Atelier zu eröffnen. Zu Beginn war es eigentlich gar nicht meine Absicht. Ich wollte einen „regulären“ Job in einem Unternehmen, welches im Design-Handwerksbereich angesiedelt ist. Mit meinen Händen zu arbeiten und Dinge damit zu erschaffen, mag ich einfach am liebsten und daher ist es mir sehr wichtig. Mit den Unternehmen hatte ich anfangs eher Pech, aber ich fand einen Teilzeitjob bei einer Berliner Keramikerin als Unterstützung in der Produktion und anderen Aufgaben. Und das war mein Soft-Start ins Töpfer-Business.

Dabei fiel mir erst auf, wie viele Menschen rund um mich herum etwas mit Keramik zu tun haben: Der Vermieter meiner Wohnung ist Keramiker. Die Freunde, die ich traf, sind Keramiker. Diese Umstände und Begegnungen waren es schließlich, die mich intensiver über den Beruf als Keramikerin und ein eigenes Studio nachdenken ließen.

Neben dem Teilzeitjob hatte ich noch ausreichend Zeit für mich und da ich nicht gerne nichts tue, habe ich mir selbst einen Block Ton und Equipment gekauft und einfach losgelegt. Außerdem besuchte ich verschiedene Studios und Kurse, um mehr über das Töpfern zu lernen. So konnte ich in kürzester Zeit mehr über die Prozesse und Herstellungsarten erfahren und mein Wissen vertiefen. Zeitgleich begann ich, auf Märkten auszustellen und zu verkaufen. Schließlich galt es herauszufinden, wie und ob den Menschen meine Arbeit gefällt. Es stellte sich heraus, dass die Menschen meine Arbeit so sehr mögen, dass ich anfangen konnte, Aufträge anzunehmen.

Nicht nur durch diese Bestätigung und Wertschätzung wurde mir klarer: "Ich liebe diese Arbeit! Es ist wirklich so schön, Dinge aus Ton zu kreieren.“ Natürlich war es eine Herausforderung und eine Menge Fragen kreisten in meinem Kopf: "Soll ich es wirklich wagen?“ Schlussendlich entschied ich, der Idee eine Chance zu geben. Ich war und bin überzeugt, es kann funktionieren und bin immer noch super aufgeregt…

Schon bald nach dieser Entscheidung war klar, dass ich mich um ein eigenes Töpferstudio umschauen muss, um mehr produzieren und flexibler sein zu können. Außerdem braucht es zum Töpfern Ruhe und angenehme Arbeitsbedingungen. Am Anfang war es sehr schwer, einen Platz zu finden, besonders in dieser verrückten „Corona-Zeit“.

Glücklicherweise habe ich ein kleines, feines Plätzchen gefunden, in das ich mich gleich verliebt habe. Mit genügend Platz, einem großen Fenster und der Möglichkeit, es mit anderen zu teilen. Das finde ich schön, denn man kann sich unterhalten und Ideen austauschen und gemeinsam die Kaffee-Pausen verbringen. Momentan teile ich mein Atelier mit zwei super netten Mädels. Ich mag unser gemeinsames Studio sehr!

Meinem Traum, zur Gänze von meiner Leidenschaft leben zu können, bin ich durch mein Atelier ein Stück näher gekommen. Berlin bietet sich obendrein super als Standort an. Die Menschen sind offen und neugierig. Sie wollen mehr und mehr mit der Natur in Kontakt treten, meditieren, sich entspannen und dieses Lebensgefühl teilen. Deshalb denke ich, war es eine gute Entscheidung.

In meinem kleinen Laden in Berlin-Moabit könnt ihr vorbeikommen und mir bei der Arbeit, beim Töpfern, zuschauen und nebenbei meine Produkte erwerben. Jeder, der Berlin besucht, ist also herzlich willkommen, einen Blick bei mir hineinzuwerfen!

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