Daša portioniert den Ton für das Drehen an der Scheibe

Töpferwissen

Ton: Der Stoff, aus dem Keramikträume sind

Keramikerin Daša Kogoj über Steinzeug und Co. – Außerdem: Was ist Ton? Was ist der Unterschied zwischen Keramik und Steinzeug? Woher kommt Ton?

von
Verena Schmied
27.9.2021

Keramikerin Daša über Steinzeug & Co.

„Ich verwende eigentlich fast immer Steinzeug. Im Gegensatz zu Steingut wird Steinzeug bei höherer Temperatur gebrannt – ich brenne meist zuerst bei ca. 1.000°C (Schrühbrand) und nochmals zwischen 1.225-1.245°C (Glasurbrand). Es gibt eine Reihe von Tonarten, die man verwenden kann. Der Ton beeinflusst die Art und Weise, wie man mit ihm umgehen muss.

So ist Porzellan für jemanden, der normalerweise Steingut oder Steinzeug verwendet, sehr heikel, weil es sich fast wie Kaugummi verhält. Es ist wesentlich weicher und verhält sich ganz anders als Steinzeug. Den Steinzeug Ton habe ich zwischen meinen beiden Fingern, und wenn ich drücke, bewegt er sich nach oben, in die Richtung, die ich möchte. Drückt man bei Porzellan ein wenig zu fest, verformt es sich schneller mal.

Oft fragen mich Leute, wie stark man drücken soll oder darf. Das kann man nur schwer beschreiben – es ist reine Übungssache. Nach all den Jahren habe ich es total verinnerlicht und denke nicht bewusst darüber nach. Es hat eine ganze Weile gedauert, aber heute verstehen meine Finger, wie die verschiedenen Materialien zu handhaben sind."

Daša beim Drehen einer Steinzeug-Masse

Was ist Ton?

Der Ausgangsstoff von Ton ist Granit. Dieses Gestein ist vulkanischen Ursprungs und enthält Quarz, Feldspat und Glimmer. Ton entsteht, wenn Granit über Millionen von Jahren erodiert und durch die Einwirkung von Wasser, Wind und Temperaturunterschieden verwittert. Ton ist somit als Verwitterungsprodukt von Natur aus in unseren Böden verborgen. Als Erdschicht liegt er zwischen Kies, Sand oder Erde versteckt. Ton besteht aus Tonerde (Aluminiumoxid), Quarz (Siliziumdioxid) und chemisch gebundenem Wasser. Ton enthält meist Arten von Verunreinigungen, die den Charakter und die Farbe des Tons beeinflussen. So färbt Eisenoxid die Erde rostbraun oder andere Mineralien die Erde grün, blau oder grau.

Die besonderen Eigenschaften von Ton

Ton besteht aus flachen, etwa sechseckigen Plättchen, die man unter dem Elektronenmikroskop erkennen kann. Je kleiner die Plättchen sind, desto plastischer ist Ton. Die Plastizität ist eine besondere Eigenschaft. Sobald dem Ton Wasser hinzufügt wird, gleiten die Plättchen leicht übereinander. Das macht den Ton einerseits geschmeidig, er kann bearbeitet werden und andererseits behält er aber seine Form.

Dieser Ton ist bereit zur weiteren Verarbeitung

Wo findet man Ton?

Ton ist ein natürlich vorkommendes Material, das am Fluss- oder Seeufer, im Bachbett oder an kleinen Tümpeln zu finden ist. Aber man kann auch vor der eigenen Haustüre, im eigenen Garten oder bei Erd- oder Bauarbeiten auf Ton stoßen. Die Farbe und Beschaffenheit der Erde geben Aufschluss über das Vorkommen von Ton.

Wie wird Ton zur Tonmasse?

Bevor die Tonerde zum Töpfern verwendet kann, durchläuft sie einen Aufbereitungsprozess wie z.B. die Nassaufbereitung. Eine andere Art der Tonherstellung ist das Vermahlen von Tonmehlen mit oder ohne einem Anteil an Schamotte. Erst durch diese komplexen Vorgänge entsteht die gebrauchsfertige Tonmasse.

Steinzeug Keramik-Tassen nach dem Glasurbrand

Was ist Keramik?

Allgemeinsprachlich ist Keramik ein Überbegriff für geformte und gebrannte Produkte aus Ton und wird in fünf Typen eingeteilt: Steingut, Irdenware, Steinzeug, Porzellan und Sondermassen. Diese unterscheiden sich in ihrer mineralischen Zusammensetzung und den Brenntemperaturen.

  • Steingut (Brenntemperatur ca. 900-1.100 ° C)
  • Irdenware (Brenntemperatur ca. 1.050-1.150°C)
  • Steinzeug (Brenntemperatur ca. 1.200-1.300°C)
  • Porzellan (Brenntemperatur ca. 1.220-1.650°C)

Was ist Steinzeug?

Unser Geschirr wird aus Steinzeug hergestellt. Es gehört in die Klasse "Sinterzeug" und stellt dort eine Untergruppe dar. Steinzeug ist gesinterte Keramik, das bedeutet, dass die Masse höher gebrannt wird (1.200-1.300°C) und dabei "verglast". Die Tonmasse schmilzt in sich, wird wasserundurchlässig, robuster und härter als andere Tontypen.

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